MAZ 22.04.2010

FESTIVAL: Die Natur im Sucher
Die 5. Ökofilmtour feiert im Filmmuseum ein überschwängliches Finale

POTSDAM / INNENSTADT - Die „Ökofilmtour 2010“ wurde am Dienstagabend im Filmmuseum mit der Bekanntgabe der Preisträger beendet, obwohl das landesweite brandenburgische Festival noch lief. Viele der Protagonisten der Vorjahre, wie Festival-Chef Ernst-Alfred Müller, RBB-Moderator Hellmuth Henneberg oder auch die Jurymitglieder Rolf Losansky und Monika Griefahn sorgten für einen routinierten Ablauf und integrierten die neuen Gesichter in das erprobte Festival-Verfahren.

Neu dabei waren zum mittlerweile fünften Finale Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) und Landesumweltministerin Anita Tack (Linke). Sie alle füllten ihren Part professionell, wenngleich Tack als Vertreterin des Ministerpräsidenten und Schirmherrn Matthias Platzeck (SPD) einen Lacher auslöste, als sie beim Verlesen der Danksagungen erschrocken feststellte, dass sie sich soeben bei sich selbst bedankt hatte.

In die so aufgeheiterte Stimmung passte der nun auch schon Tradition gewordenen Auftritt der Wahnsinns-Showband IG Blech, die mit ihrer „Lizenz zum Tröten“ für musikalische Auffrischung sorgte. Für ein weiteres musikalisches Highlight sorgte der Organist der Kinoorgel Helmut Schulte, der eigens für diesen Abend den ersten in Babelsberg entstandenen Tierfilm aus dem Jahre 1920 mit einem eigenen Arrangement veredelte. Einfühlsam und mit hoher Präzision in der Abstimmung mit dem Leinwand-Geschehen machte er den 15-minütigen Film über einen Hirschkäfer zu einem unerwarteten kulturhistorischen Erlebnis.

Weitere tolle Filme, wenn auch nur in Ausschnitten, bekamen die Zuschauer bei der Bekanntgabe der Preisträger zu sehen. Als bester Kinder- und Jugend-Film wurde „Wildnis Garten“ von Svenja und Ralf Schieke mit 5000 Euro prämiert. Das gleiche Preisgeld gab es in der Rubrik bester Naturfilm für die Arte-Produktion des WDR „Kluge Pflanzen“, mit der sich Volker Arzt, Immanuel Birmelin, Brian McClatchy und Heinz von Mattey beworben hatten.

Leider ohne eine materielle Anerkennung blieb diesmal der Gewinner des Hoimar-von-Ditfurth-Preises für die beste journalistische Leistung, Bertram Verhaag. Sein 45-minütiger Dokumentarfilm „Der Bauer, der das Gras wachsen hört“ über den 57-jährigen „freien Ökobauern“ Michael Simml aus dem Bayerischen Wald ist ein bewegendes filmisches Denkmal über einen Helden des ökologischen Landbaus.

Sensationelle Bilder, wie auf einem Gemälde komponiert, verführten die Jury ein weiteres Preisgeld von 5000 Euro für „Home“ von Yann Arthus-Bertrand für die beste künstlerische Leistung zu spendieren. Zur Festival-Prozedur gehört die Auslosung des Gewinners einer elektronischen Kamera unter den mehr als 10 000 Zuschauern in den 69 am Festival beteiligten brandenburgischen Gemeinden. Die Kamera ging nach Kloster Chorin. (Von Lothar Krone)


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