Zum 7. Mal startet am 12. Januar 2012 das Festival des Umwelt- und Naturfilms Ökofilmtour durch ca. 70 Städte und Gemeinden im Land Brandenburg.
Unter den rund 120 Einreichungen wurden für den Wettbewerb 41 Filme und 8 Kurzfilme ausgewählt, die bis Mitte April 2012 von Zuschauern in den vielen Festivalorten begutachtet werden und mit Filmemachern u. a. Experten Anlass für Gespräche sind. Dass Bildung für nachhaltige Entwicklung und lebenslanges Lernen unterhaltend, sinnlich, emotional und sogar heiter sein können, wird manchen Festivalneuling wundern. Vom Vorschulalter bis zum Abitur werden diese Filme für alle Altersstufen auch mit Kindern und Jugendlichen diskutiert, sind sie mit ihrer oft kritischen Sicht Lehrbeispiele der Demokratie.
Der Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz, FÖN e.V., Potsdam, hat im Verbund mit den Umwelt- und Naturschutzvereinen und vielen Initiativen des Landes Brandenburg mit diesem „längsten Filmfestival Deutschlands“ im Land Brandenburg bereits eine gute Tradition geschaffen. Der Schirmherr Ministerpräsident Matthias Platzeck nannte die Tournee sogar eine „Bürgerbewegung“, die längst über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf besitzt: Naturfilmer und investigative Filmautoren, also Filmemacher, die den Umweltfragen gründlich recherchiert auf den Grund gehen, streiten in fünf Preiskategorien um die begehrten Preise: Die begehrten Preise der „Ökofilmtour 2012“ werden nach der Tournee durch das Land Brandenburg am 18. April 2012 im Potsdamer Filmmuseum verliehen.
Preis der Stadt Potsdam für die beste künstlerische Leistung Preis der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg für den besten Naturfilm Hoimar-von-Ditfurth-Preis für die beste journalistische Leistung, verliehen von der Deutschen Umwelthilfe e.V. Kinder- und Jugend-Umweltfilm-Preis Zuschauerpreis der Ökofilmtour 2012.
Sogar das tonangebende Jubiläum im Land Brandenburg „300 Jahre Friedrich der Große“ wurde nach seiner historischen Bedeutung für die Landschaftsgestaltung und den Umweltschutz hinterfragt. Ein Beispiel dafür ist die Trockenlegung des Oderbruchs vor 250 Jahren, aber auch die Entwicklung des Spreewaldes oder des Hohen Flämings für die Ansiedlung von Kolonisten von überall her. Auch in diesen Regionen findet das Festival statt. Dazu treffen sich in den Kinos des Landes, vor allem aber in Gemeindesälen, Gasthöfen, Schulen, Infozentren der Vereine und Schutzgebiete, Kirchen u. a. Kulturräumen, die der ländliche Raum zu bieten hat, Filmenthusiasten, um mit mobiler DVD-Technik Filme zu projizieren, die es sonst schwer haben, ihre Zuschauer zu finden. Und jeder Film im Festival besitzt eine wichtige Botschaft, die mitunter für jeden von uns lebensnotwendig ist.
Das Brandenburger Festival des Umwelt- und Naturfilms Ökofilmtour beginnt im siebenten Jahr seines Bestehens mit einem inhaltlichen Qualitätssprung: Der Atomausstieg und die Energiewende bestimmen nun auf neue Weise das Festival-Programm. Einige Filme, die zu diesen Themen ab Januar 2010 produziert und eingereicht wurden, waren tatsächlich schon vom Leben und von der Politik überholt worden. Aber Beiträge wie „Energiewende unter Hochspannung“ des RBB-Magazins OZON unterwegs, die 3SAT-Reihe „Strom von morgen“ und Studentenfilme wie „Energieland“ von der Potsdamer HFF „Konrad Wolf“ oder „Strom 2.0 – Energie intelligent nutzen“ von der Filmakademie Baden-Württemberg liefern ein vielfältiges Angebot für diese wichtige Zukunftsdiskussion mit den Zuschauern des Festivals wieder in rund 70 Orten. Das Land Brandenburg steht dabei oft beispielhaft für innovative Ideen, aber auch für die Sorge seiner Bürger um den Klimaschutz und die Forderung nach dem Stopp der Stromerzeugung aus heimischer Braunkohle.
Wie schon oft zuvor ist die Notwendigkeit des Atomausstiegs 25 Jahre nach Tschernobyl im österreichischen Film „Radioaktive Wölfe“ von Klaus Feichtenberger oder in „Die Kinder von Tschernobyl“ von Jürgen Kreller untersucht worden. Nicht erst seit Fukushima wissen wir, dass keines der Länder mit Atomkraftwerken, die jährlich mehr als 10.000 Tonnen Atommüll produzieren, bisher für die hochgiftigen radioaktiven Abfälle ein sicheres Endlager hat, wie der bekannte Wissenschaftsjournalist Rangar Yogeshwar in „Atommüll – Endlager verzweifelt gesucht“ des WDR detailliert beweist.
Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die globale Lebensmittelverschwendung in Deutschland und in anderen Industrieländern, die in Valentin Thurns Kinofilm „TASTE THE WASTE“ sofort großes Aufsehen und Nachdenken erzeugte. Dazu kontrastiert im Film „Hunger“ von Markus Vetter und Karin Steinberger angesichts der Tatsache, dass nun die Erdbevölkerung auf 7 Milliarden angewachsen und die gerechte Verteilung der Nahrung durch globale Profitgier noch immer ungelöst ist. Für gesunde Lebensmittel ohne gentechnisch veränderte Organismen werben wieder zwei Filme von Bertram Verhaag, der bereits zweimal mit dem Hoimar-von-Ditfurth-Preis für die beste journalistische Leistung ausgezeichnet wurde.
Aber auch durch Rüstungsexport, bei dem Deutschland weltweit an dritter Stelle steht, wird ein globales Umweltproblem geschaffen: Krieg mit immer effektiveren Massenvernichtungsmitteln. Im Film „Halabja – die verlorenen Kinder“ des kurdischen Filmautors Akram Hidou ist das deutlich, wie auch im bereits beim Festival Dok Leipzig 2011 ausgezeichneten Dokumentarfilm „Generation Kunduz – der Krieg der Anderen“ von Martin Gerner. Aus Sicht afghanischer Jugendlicher beeindruckt die Hoffnung auf Beendigung des mittlerweile schon zehnjährigen Krieges in Afghanistan. Aus aktuellen Gründen wurde dieser Film noch vor dem bundesweiten Kinostart im Februar 2012 ins Festival genommen.
Umweltschutz hat in Spielfilmen dieses Festivals viele globale Aspekte: Kinder in den Slums von Kenia in „Soul boy“ der Kenianerin Hawa Essuman und Tom Tykwer, Entwicklungshilfe für Kamerun in „Schlafkrankheit“ von Ulrich Köhler (Silberner Bär für die beste Regie der Berlinale 2011) oder der bolivianische Volksaufstand in Cochabamba im Jahr 2000, als ein US-Konzern gegen das Menschenrecht auf Trinkwasser sogar den Regen vermarkten wollte in „Und dann der Regen“ der spanischen Regisseurin Icíar Bollaín.
Etwa die Hälfte der nominierten Filme widmet sich Fragen des Naturschutzes und der Biodiversität. Einzigartige Landschaften und deren Tierwelt werden porträtiert : die märchenhafte Flusslandschaft des Spreewalds („Der Spreewald“), die Alpenwildnis („Die Berchesgardener Alpen“), der aufwändige Schutz Vogelschwärme und die wissenschaftliche Erforschung des Vogelzuges („Helgoland – Insel im Sturm“), noch nie gesehene Aufnahmen von jagenden Fledermäusen („Fledermäuse – Warte bis es dunkel wird“), die Eroberung der Mark durch Wasserbüffel („Zurück in den Sümpfen“). Aber auch die Gefährdung von Orang-Utans, Zwergelefanten, Nasenaffen und Hornvögel auf der drittgrößten Insel der Welt („Das Herz von Borneo“), Naturwunder und Zerstörung des Regenwalds („Mythos Amazonas“) oder die Überfischung der Meere („Der letzte Fisch“) werden thematisiert.
Termine, Festivalorte und Programm werden ständig auf der homepage www.oekofilmtour.de aktualisiert. Hier finden sich neben Informationen über die Filme auch Pressefotos zum Download (bitte erst durch Anklicken den jeweiligen Film aufrufen, dann auf das Thumbnail-Foto klicken und das darunter befindliche Foto (300 dpi) entsprechend abspeichern).
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