Die Preisträger


Bester Kinder- und Jugendfilm

Der Fuchs und das Mädchen

Autor/Regie: Luc Jacquet, Eric Rognard
Kamera: Eric Dumage, Gérard Simon
Darsteller: Bertille Noël-Bruneau
Produktion: Bonne Pioche (Frankreich) 2007

Eine poetische Geschichte mit märchenhaften Zügen wird durch einzigartige Tierbeobachtungen erzählt. Die Kamera gibt Einblicke in eine wilde, geheimnisvolle Natur, nicht in exotisch unerreichbarer Ferne, sondern im Lebensraum einer Vielzahl einheimischer Tiere. Durch die Identifikationsmöglichkeit mit der Hauptdarstellerin, einem kleinen Mädchen, werden vor allem junge Zuschauer für Natur sensibilisiert. Der Film lässt sie die Unterschiede zu Haustieren erleben und weckt auf vielfache Weise Verständnis für wilde Tiere. Dabei wird eine abenteuerliche Handlung mit realistischen Naturaufnahmen spannend erzählt.



Hoimar-von-Ditfurth-Preis für die beste journalistische Leistung
Dotiert mit 2.500 € von der Deutschen Umwelthilfe

SEKEM - Mit der Kraft der Sonne

Autor/Regie: Bertram Verhaag
Kamera: Waldemar Hauschild
Produktion: Denkmal Film GmbH / Radio Bremen-ARTE 2007

Mit journalistischem Geschick und gründlicher Recherche wurde ein Beispiel gebendes Projekt gefunden, das durch seinen neuartigen ökologischen Ansatz soziale Wirkungen erzielt: Der Visionär Ibraim Aboulleish und seine erfolgreiche biologisch-dynamische Farm in der ägyptischen Wüste. Der Film zeigt mit einprägsamen Bildern den weiten Weg zu den positiven Ergebnissen in einer schwierigen Umgebung und gibt damit Anreize, woanders ebenso zu starten. Der Autor schafft damit ein Gegenbild zu Entwicklungshilfe im neoliberalen Gewand, die alles dem maximalen Gewinnstreben unterordnet. Denn gerechte Globalisierung kann nur Hilfe zur Selbsthilfe sein.



Bester Naturfilm
Dotiert mit 5.000 € von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg aus Mitteln der Land Brandenburg Lotto GmbH „Glücksspirale“

Wölfe auf dem Vormarsch

Autor/Regie: Holger Vogt
Kamera: Sebastian Koerner, Uwe Anders
Produktion: Studio Hamburg GmbH / NDR 2007

Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz wird seit mehr als 10 Jahren Pionierarbeit für den Artenschutz geleistet. Gleichzeitig muss die Gruppe der Wolfsbiologen in der Lausitz Akzeptanz für ihr Wirken schaffen, das der Forschung über die aus dem Osten eingewanderten Wölfe gilt: Kein opulenter Naturfilm für Kenner, sondern harte Auseinandersetzung mit Demagogie und Ignoranz einiger Jäger und Anwohner und Polemik gegen den Wolf als Sinnbild des Bösen, der sich von Geißlein und Großmüttern ernährt. Weil nämlich Wölfe extrem scheu sind, vermag dieser Film, das zu zeigen, was den Menschen sonst verborgen bleibt.
Die Jury hebt die einmaligen Filmaufnahmen von frei lebenden Wölfen in Deutschland hervor und vergibt deshalb den Preis zu gleichen Teilen an den Autor/Regisseur Holger Vogt und an den Kameramann Sebastian Koerner.



Lobende Erwähnung der Jury

Räumkommando Riesenratte

Autor/Regie: Herbert Ostwald
Kamera: Roland Gockel, Norbert Röttcher
Produktion: Taglicht Media / ZDF 2007

Dem Autor und den Kameraleuten gelingt es, durch das mühevolle Training afrikanischer Riesenhamsterratten zu zeigen, wie aufwändig es ist, Landminen zu beseitigen. Eine eher diffamierte Tierart wird uns so auf ungewöhnliche Weise bekannt gemacht und für freundlich und liebenswert befunden. Denn ein wichtiges, sehr diffiziles Thema wie Landminen, die nach dem Bürgerkrieg in Mosambik noch heute die Zivilbevölkerung millionenfach bedrohen, wird so indirekt filmisch dargestellt. Die Jury hebt die Gestaltung dieses Films als besonders gelungene Verbindung eines Tierfilms mit einem drängenden politischen Anliegen, nämlich der Ächtung von Landminen, hervor und wünscht, dass dieser Film auch Kindern und Jugendlichen gezeigt wird.



Preis der Stadt Potsdam für die beste künstlerische Leistung
Dotiert mit 5.000 € von der Jugend-, Kultur-, Sport- und Sozialstiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam

Neuland

Autor/Regie: Daniel Kunle, Holger Lauinger
Kamera: Daniel Kunle
Produktion: Kunle & Lauinger 2007
Den Autoren gelingt es, durch „Bestands-Aufnahmen“ aus den neuen Bundesländern eine aufregende Montage für ihren Film zu finden, der über eine bloße Aneinanderreihung von positiven Projektansätzen hinausgeht, Platz lässt für eigene Assoziationen, einen Film, der Hoffnung gibt. Leute werden vorgestellt, die „die Chance zum Experimentieren freudig ergreifen, weil sie, statt überall Brachen und Verlust, lauter unerschlossene Möglichkeitsräume sehen", wie sie auch der Architekt und Publizist Wolfgang Kil in seinem Buch "Luxus der Leere" beschreibt. Die Filmemacher beziehen sich auf ihn und finden Sinnbilder für schwierige Neuanfänge. Diese Menschen leben in Neuland und ihre Projekte regen an, im Sinne von Neuland zu denken. Hervorhebenswert sind die Dramaturgie des Films, die auch auf wichtige ökologische Themen hinweist, und die Faszination der Bilder. Durch ihre Ästhetik werden Klischees aufgebrochen, werden heitere Aspekte gezeigt, wie Leute mit alltäglichen Widrigkeiten auskommen. Solche ungewöhnlichen Stilmittel, die das Leben schrieb, machen die künstlerische Leistung dieses Films aus.



Zuschauerpreis

Leroy

Regie/Drehbuch: Armin Völckers,
Kamera: Tony Mitchell
Darsteller: Alain Morel, Anna Hausburg, Constantin von Jascheroff u. a.
Produktion: Oliver Stoltz / Dreamer Joint Venture Filmproduktion und ZDF 2007



Der bekannte Bildhauer Gerhard Rommel gestaltete, wie in den Vorjahren, für alle Preiskategorien eine Medaille (5 Medaillen).





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Die Jurymitglieder



von links nach rechts:

Danka Losansky
, Studienrätin, Potsdam
Horst Rehberg, Schauspieler, Schwerin
Monika Griefahn
, MdB, Sprecherin der Jury
Thomas Winkelkotte, Filmemacher, Reichenow (Märkische Schweiz)
Alice Ammermann, Redakteurin vieler Sendungen für Kinder und Jugendlichedes ZDF, Schlangenbad