Veranstaltung am Mittwoch, 12.02.2020

Potsdam, Filmmuseum

Breite Straße 1A
14467 Potsdam

0331-2718112
www.filmmuseum-potsdam.de

19.00 Uhr

Programmfilme


Zeit: 12.02.2020 um 19.00 Uhr


"Was kostet die Welt - Monopoly um eine Insel"


Landgrabbing contra Demokratie-Entwicklung - wie derzeit auch oft in Brandenburg entsteht auf der britischen Kanalinsel Sark, auf der rund 600 Menschen in einer ursprünglichen Gemeinschaft leben, durch den Kauf von Boden und Hotels zweier Milliardäre ein neuer Machtanspruch. Bisher waren die Fischer, Gärtner und Milchbauern direkt der englischen Krone unterstellt und regierten die Insel in einem kleinen Parlament über die Jahrhunderte nach ihren Vorstellungen von Grundbesitz, Steuern und Recht.  Wer die Erbpacht von einem der 40 Lehensgrundstücke innehatte, hatte zugleich die Pflicht, im Parlament der Insel mit zu regieren. Daher hatte niemand das Recht, mehr als ein oder zwei der Grundstücke zu kaufen.

 

Nun wird das idyllische Eiland zum Schauplatz eines absurden Konfliktes um Demokratie, Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Verantwortung. In Zeiten von Fake News, Panama Papers und Turbokapitalismus blickt der Film auf diese kleine Inselgemeinschaft, die sich gegen die milliardenschweren Investoren stellt und einen erbitterten Kampf um Demokratie wie Mitbestimmung, Meinungs- und Pressefreiheit aufnimmt. "Was kostet die Welt - Monopoly um eine Insel" zeigt wie unter einem Brennglas, dass sich Anleger von großen Vermögen seit der Bankenkrise auf den Kauf von Immobilien oder auch landwirtschaftlichen Flächen konzentrieren und damit gegen alle Demokratie Meinungshoheit und politische Macht erlangen.


Ein vorangestellter Kurzfilm zeigt am Beispiel eines Landwirts in Grünheide, wie Konzerne auch in Brandenburg mit Ackerland spekulieren. Dadurch haben sich besonders in Ostdeutschland die Bodenpreise vervielfacht und Bauern, die das Land bewirtschaften, können so nicht mehr mithalten - eine der Ursachen für die Profit orientierte industrielle Landwirtschaft.


Publikumsgespräch mit der Regisseurin des Films Bettina Borgfeld und und dem betroffenen Landwirt aus Grünheide Carlo Horn.

Moderation: Ernst-Alfred Müller, Leiter des Filmfestivals Ökofilmtour, FÖN e.V.


PROGRAMMVORSCHAU