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SCHULE: Wer „gläsern“ wird, ist mitschuldig Das Filmfestival „Ökofilmtour“ macht auch am Ludwigsfelder Marie-Curie-Gymnasium Station
LUDWIGSFELDE - Es war das zweite Mal, dass Schüler des Grundkurses 11/3 des Ludwigsfelder Marie-Curie-Gymnasiums das Filmfestival organisierten. Aus 40 Kurz- und Dokumentarfilmen wählten sie ihre Favoriten aus. Sie fertigten Plakate, schrieben Inhaltsangaben, verschickten Einladungen, schmückten Flur und Treppenhaus ihrer Schule. Klassenräume verwandelten sich in Kinosäle.
Seit fünf Jahren gibt es die Ökofilmtour. Innerhalb von drei Monaten finden hier Filmvorführungen in 60 Orten im Land Brandenburg statt. Die besten Filme werden prämiert. Schirmherr ist Ministerpräsident Matthias Platzeck, der in seinem diesjährigen Grußwort auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes hinweist. Filmemacher aus dem In- und Ausland reichten 2010 ihre Arbeiten zum Wettbewerb ein und machen mit der Kamera sichtbar, was dem bloßen Auge verwehrt ist.
Zu den nominierten Filmen gehörten unter anderem „Die Vorstadtkrokodile“, ein Krimi mit herzzerreißender Liebesgeschichte, „Die dunkle Seite des Lichts“, eine Gemeinschaftsproduktion von Arte und ZDF, die auf die kaum beachtete Umweltverschmutzung durch Kunstlicht hinweist, sowie „Der gläserne Deutsche“. Diese ZDF-Dokumentation aus dem vergangenen Jahr gefiel den Gymnasiasten am besten. Zur Diskussion darüber begrüßten die Moderatoren Vanessa Fuchs und Christian Mewes die Lehrer, Schüler und Jutta Schölzel vom Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz (Fön e.V.). Jutta Schölzel gehört zu den Organisatoren der Ökofilmtour. Schölzel lobte das außerordentliche Engagement der Gymnasiasten. Dieses Filmfestival sei hervorragend organisiert worden, betonte sie.
Im Film „Der gläserne Deutsche“ geht es um den Handel mit privaten Daten, die die meisten ganz freiwillig im Internet preisgeben. Ein riesiges legales Geschäft, bei dem die Bürger oft ohne ihr Wissen und ohne ihre Zustimmung ausgespäht werden. Die Marktmacht großer Internetkonzerne verfügt über riesige Sammlungen persönlicher Daten von Internetsurfern. So können Branchenriesen wie Facebook, Apple, Google oder Microsoft im Internet komplette Persönlichkeitsprofile erstellen. Die Ludwigsfelder Schüler hatten sich für die Diskussion nach der Filmvorführung profunde Kenner eingeladen. Peter Leppelt und Wulf Bolte, diplomierte Datenschützer, die seit zwei Jahren jeden Monat bundesweit an Schulen in Sachen Jugendberatung unterwegs sind, beantworteten viele Fragen. Die 16-jährige Katrin Sauerwald bedauerte, dass die Gefahren, die das Internet birgt, an der Schule nicht gelehrt werden.
Peter Leppelt wies auf das Schulfach „Cyberspace – safety“ in Amerika hin, das er an deutschen Schulen in zehn Jahren noch nicht sieht. Medienkompetenz fehle an deutschen Schulen. (Von Gudrun Ott)
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MAZ 04.03.2010 MOZ 25.03.2010
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